vorweg will ich gleich mal sagen, das mir nur 3 Personen bekannt sind, die eine fahrfähige Berner Dampftram von Atlas sich gebastelt haben … einer von den Dreien ist Helmut G., dessen Dampftram man bei Youtube bestaunen kann
Die anderen beiden (in den Regionen Südharz & Stuttgart beheimatet), haben Ihre Werke hier noch nicht vorgestellt …
Alle 3 haben unterschiedliche Ansätze zur Motorisierung der Lok & bei der fahrfähigen Herrichtung der Beiwagen, verfolgt.
Vielleicht kann ich die beiden mit meinem Beitrag animieren, Ihre Werke hier mit uns noch zuteilen …
Nun aber zu meinem Werk.
Anfangs dachte ich … das kleine Ding geht mal schnell, ist ja kein so großer Aufwand wie bei einem Drehgestell-Tw … doch Pustekuchen!
Gute 2 Jahre, natürlich wieder mit Pausen drin, um Lösungsansätze für aufgetauchte Probleme zu finden, hat mich das Projekt nun beschäftigt.
Aber nun ist es vollbracht und ich möchte euch meine Bastelvariante vorstellen.
Es war eines der ersten Modelle von Atlas, das als Geschenk vor gut 10 Jahren den Weg in meine Sammlung fand und sich als echt guter Staubsammler in der Vitrine erwies ...
Animiert von Helmut G.´s Youtubevideo wuchs in mir der Wille, auch meine Dampftram fahren lassen zu können … denn das hat kaum einer & so begann ich mit den unerlässlichenVorbildrecherchen.
Diese ergaben, das früher wohl mit mehreren Beiwagen gefahren wurde, was mir optisch sehr gefiel.
Also ran ans Werk … mit 2 Beiwagen natürlich!
Nachdem ich das Bähnle von seinem Sockel befreit hatte. Demontierte ich das Lokgehäuse, was relativ einfach ging.
Sehr schön sieht man hier noch die Staubschichten, die das Modell sehr gerne angesammelt hat ...
So konnt ich dann die Bodenplatte mit dem drauf montierten Kessel vermessen, um einen passenden Antrieb zu suchen.
Schnell war klar, das es ein pmt´ler mit kurzem Achsstand werden würde, da der Rahmen pmt-Antriebes aus Messing gefertigt ist, was mehr Reibungsgewicht und damit mehr Zugkraft auf den Achsen bedeutet.
Der einzigste 3 achsige pmt-Antrieb für die Baugröße H0, den ich im www fand, ist der pmt 32334 für die Tschechische Rangierlokomotivenbaureihe T334.
Da mir dieser von der Bauhöhe und dem Achsstand aber nicht gefiel, entschied ich mich für den 23 mm Tramantrieb in H0m (pmt 72407).
Damit weiche also auch ich bei der Lok in der Achszahl vom Vorbild ab, was aber wegen der Fahrwerksverkleidung optisch überhaupt nicht auffällt und ich deshalb mit dem Kompromiss leben kann ...
Und schon gings ans Werk, die Bodenplatte von den Anbauteilen behutsam zu befreien und die Aussparung für den Antrieb zu erstellen.
Keine Ahnung, warum die Chinesen sich für die Verwendung dieser „Alu-Panzer-Legierung“ entschieden haben, aber ich habe mir genug die Finger verbrannt und unzählige Trennscheiben bei meiner Proxxon Micromot 60 verbraucht …
Aber irgendwann war´s geschafft und der pmt´ler konnte eingepasst & montiert werden.
Ran an die Beiwagen, um Probefahrten als Zug durchführen zu können!
Die Drehgestelle der Beiwagen wirkten auf mich sehr grob & gefielen mir nicht.
Helmut G.´s Variante, die DG´s weiter zu verwenden & mit Druckknöpfen am Wagenkasten drehbar zu befestigen, war auch nicht mein Ding …
Also ne andere Idee für die DG´s entwickeln!
In der großen Bucht bin ich dann über Drehgestelle der „würtenbergischen Bauart“ aus dem Hause Bemo gestoßen, die dem Vorbild optisch viel näher & filligraler kamen.
Als Ersatteil (Bemo 5508300) für ca 10 € das Paar, ergänzt mit spitzengelagerten Tillig-H0m-Speichenradachsen (Tillig 08890, 5 Paar für ca 40 €) war damit das Thema Drehgestellersatz schon gelöst.
Farblich von schwarz auf grau mit schwarzem Blattfederpaket behandelt, machen die unter dem BW was schon her ...
… und die ebenfalls grau gefärbten Speichen der Räder kommen auch gut zur Geltung.
Für die Befestigung der DG´s am Wagenkasten entschied ich mich für Linsenkopfschrauben mit metrischen Maschinengewinde der Größe M4.
Entsprechend wurden im Wagenboden Löcher von 4,5 mm Durchmesser gebohrt und normale M4-Muttern darüber geklebt.
Probefahrten ergaben dann, das die Befürchtungen bezüglich des kurzen 23 mm-Achsstandes des Antriebes, auf meinen Weichen & Gleiskreuzungen zu Kontaktproblemen führen könnte, zutrafen.
In vorbildsgerechter langsamer Fahrt fehlte der Lok der nötige Schwung, um nicht stromlos stehen zu bleiben …
Was nun? Projekt erstmal beiseite schieben und bei Gelegenheiten Lösungsansätze entwickeln.
Da gab es dann die Idee mit bipolaren Kondensatoren.
Während der Fahrt lädt er sich auf & auf stromlosen Abschnitten versorgt er dann den Motor für ca 1 Sekunde weiter mit Strom
Gute Idee … ausprobieren!
Die Versuche füllten so manchen Abend & brachten dann die Erkenntnis, das es möglich ist, aber der bipolare Kondensator dann so groß werden würde, das ich der Lok nen Tender hinten dran hängen müßte, um den Kondensator zu verstecken …
Damit war die Idee leider nicht umsetzbar …
Einige Modelltramfreunde ziehen gerne bei kurzen Achsständen von Triebwagen, die Beiwagen zur Stromabnahme mit heran …
Die Idee müsste sich doch nutzen lassen. Doch wie bekommt man die Kabelverbindung hin?
Und lassen sich in den DG´s mit den vergleichsweise sehr kurzen Achsständen überhaupt Radkontaktschleifer realisieren?
Mit dem ESU 50707 Radkontaktschleifer ist es machbar … das isolierende Leiterplattenstück in der Mitte raustrennen und dann nach´m anlöten von Kabeln auf´s DG kleben.
Und als Verbindung vom Bw zur Lok kam ich auf die Idee, Microstecker (RM 1.0) mit 0,3 mm Litze als lösbare elektrische Verbindung zu nutzen. Diese kann ich als Bremsluftschläuche kaschieren …
… gesagt – getan …
Fortsetzung folgt ...