@Jan: Gute Übersicht, aber bitte beachten, dass zumindest der Betonmasten nach oben schlanker wird (so wie auf dem Bild von Jörg). Vielleicht würden sogar nur zwei Höhen reichen? Die Ausleger beim Hochketten-Mast müssten meines Erachtens steiler sein (etwa 40 bis 45 Grad, siehe wieder Bild von Jörg). Die Definition als Innen- oder Außenmast erfolgt meiner Meinung nach eher durch die Länge des unteren waagerechten Drahts. Ich wäre mit einem langen Draht für einen Innenmast zufrieden; wenn man den Draht kürzt hätte man den Innenmast und auf gerader, stadtbahnähnlicher Strecke ergäbe sich ein schöner Zick-Zack-Verlauf mit vorbildlicher Kettenverwindung. Auch wenn deine Skizze sicher nur der prinzipiellen Veranschaulichung dient, sieht mir das durch die unterschiedlich langen Ausleger schon wieder zu sehr nach Eisenbahnoberleitung aus.
Achteckige Masten hatte ich nicht unbedingt auf dem Schirm, was vielleicht daran liegt, dass ich in den Epochen 3/4 zuhause bin und die achteckigen Masten eher neuzeitlich sind. H-Profile finde ich persönlich nicht so dringlich, weil man da wirklich auf Sommerfeldt zurückgreifen kann. Ob man sich bei Mittelmasten unbedingt an der Luna-Gleisgeometrie orientieren sollte, halte ich für fragwürdig. Einerseits ist der Gleismittenabstand einfach Straßenbahn-untypisch viel zu groß und andererseits legen die Luna-Oberflächen Pflaster und Asphalt eher eine Verwendung im Straßenkörper nahe; da würde sich mancher Autofahrer bestimmt wundern, wenn ihm ein Mittelmast begegnet ...
@ ozoffi: Schon klar, dass es x-Masten-Varianten gibt, gerade, wenn man in die Frühzeit geht, wo Schmuckmasten noch sehr verbreitet waren, von denen einige Varianten bei Panier, Sedlacek, THS, KHK-Modellbahn, Sommerfeldt u.a. erhältlich sind. Wenn jetzt jeder den Masttyp seiner Heimatstadt haben will, wird ganze wohl nichts werden. Ich finde z.B. die Sedlacek-Masten wirklich attraktiv, aber würde sie nicht verbauen, weil sie durch den dicken Fuß eben sehr wienerisch sind. Also müssen wir alle kompromissbereit sein und eine möglichst typische, also weit verbreitete Mastform suchen. Mit den Beispielen auf deinen Bildern 1,3 und 6 scheint mir das gegeben. Das ist genau die Art von Masten, die ich bei meinem ersten Posting vor Augen hatte.
@ M.V. Wesstein: Der italienische Mast Sommerfeldt Nr. 226 ist meiner Meinung nach für Straßenbahnen deutlich zu schlank, da scheinen mir die Proportionen in Jans Skizzen besser getroffen. Die Nr. 110 ist zwar ein Straßenbahnmast, aber leider als Abspannmast für Flachketten zu niedrig. Sind die österreichischen Masten Sommerfeldt-Nr. 191 ff. im Vorbild nicht aus Metall? Außerdem sind sie nicht rund, sondern quadratisch - vielleicht als Kompromiss was für moderne Depoteinfahrten, aber für meinen Geschmack sonst nicht wirklich Straßenbahn-typisch, aber das empfindet sicher jeder anders.
@ StrabMod: Bei Wandankern/-rosetten gebe ich dir Recht, die sollten unbedingt sein! Schwierig wird es aber bei echten Verspannungen, weil sich der Zug dann auf die Modellhäuser überträgt (ganz problematisch bei Lasercut-Bauten!). Matthias Vollstedt hat zur Lösung dieses Problems in seinem Buch "Schattenmasten" im Inneren der Häuser aufgestellt, die die Kräfte aufnehmen. Man muss dafür nur in den Häuserfassaden eine kleine Bohrung vornehmen, um den Draht nach innen zu führen; von außen wird die Bohrung dann durch die Wandrosette kaschiert.
Was den Holzmast angeht: Kennst du die Sommerfeldt-Nr. 290 ff? Ist zwar eher für Schweizer Schmalspurbahnen gedacht, könnte aber auch gut an einer Überland-Straßenbahn stehen, oder? Statt des Auslegers 282 kann man auch den Strab-Bogenausleger 172 mit Sekundenkleber montieren. Ich habe für meine Überlandlinie die Masten nach DRG-Bauart (mit Metallfachwerk) Nr. 170 mit dem Ausleger Nr. 172 kombiniert - sieht eigentlich ganz gut aus und funktioniert auch als Mittelmast mit zwei Auslegern in der Ausweiche.
@ harald kabbeck: Ich habe mich mal an Staffelmasten nach dem von dir beschriebenen Prinzip versucht, war aber nicht zufrieden, weil ich die Übergänge nicht sauber hinbekommen habe. THS hatte mal 6 bzw. 11 Meter-Abspannmasten für Flachketten oder Depoteinfahrten angekündigt, aber die sind laut Homepage leider "zurückgestellt". Insofern finde ich es durchaus richtig, dass diese seit den 1920er Jahren weit verbreitete Mastform auf den "Wunschzettel" kommt!